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Der Paritätische in Remscheid

... ist der Dachverband für derzeitig 32 gemeinnützige Organisationen und acht Selbsthilfegruppen.
Diese halten mit ihren Angeboten, Diensten und über 80 Einrichtungen vielfältige soziale Hilfen für die Menschen vor Ort bereit.


Wohlfahrtsverbände fordern mehr Hilfe

Zeitungsartikel vom 09. September 2017 im Remscheider Generalanzeiger

Arbeitsgemeinschaft hat sich mit den bergischen Landtagsabgeordneten getroffen. Unter anderem ging es um Kita-Zuschüsse.
Von Katharina Rüth

Lob für schnelle Arbeit, aber auch weitere Forderungen hatten die Freien Wohlfahrtsverbände aus Wuppertal, Solingen und Remscheid, die sich nach der Wahl mit den Landtagsabgeordneten von CDU, SPD und FDP getroffen haben.

Gut angekommen ist der „Rettungspaket“ genannte Zuschuss für die Kitas sowie die Zusage, die Schulsozialarbeit zu erhalten. Mehr Einsatz wünschen sich die Verbände beim Thema Offener Ganztag und der gesetzlichen Betreuung. Grundproblem in allen Bereichen sei unzureichende Finanzierung der Arbeit, erläuterte Christoph Humburg, Caritaschef für Solingen und Wuppertal sowie Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege im bergischen Städtedreieck (siehe Kasten).

Die öffentlichen Zuschüsse stiegen seit Jahren nur wenig, die tatsächlichen Kosten, vor allem die Personalkosten, stiegen wesentlich schneller. Das hätten sie den Politikern erneut vor Augen geführt. Ein Beispiel für die Unterfinanzierung sei die Arbeit in der gesetzlichen Betreuung, erläuterte Florian Schäfer vom Diakonischen Werk Remscheid. Seit 2005 seien die Zuschüsse für die Gehälter der gesetzlichen Betreuer nicht angepasst worden. „Dadurch geraten die Betreuungsvereine in Nöte“, sagte Schäfer. In Köln sei bereits ein Verein insolvent gegangen, die Vereine im bergischen Städtedreieck seien sehr unter Druck. Es habe zwar eine Erhöhung der Zuschüsse für die Beratung und Fortbildungsarbeit gegeben, doch mehr Geld für die Vergütung der Mitarbeiter stehe noch aus.

Die Vertreter der Freien Wohlfahrtspflege (v. l.): Florian Schäfer, Christoph Humburg und Leonid Goldberg. Foto: Anna Schwartz

Auch beim Thema Ganztagsbetreuung an Schulen sehen die Verbände Handlungsbedarf. „80 Prozent der Mitarbeiter in diesem Bereich sind ungelernt“, sagte Leonid Goldberg, Geschäftsführer des Jüdischen Wohlfahrtsverbands und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Wuppertaler Verbände. „Das sind keine Erzieher, das sind nur Aufpasser.“
Im Gespräch ist, Kita-Zuschüsse nicht mehr pro Kind zu berechnen

Auf ihr Drängen auf eine bessere Finanzierung hätten die Politiker auf knappe Kassen verwiesen. Dennoch sei man sich einig gewesen, dass auch in diesem Bereich Qualitätsstandards wichtig sind. Immerhin, so freute sich Christoph Humburg, hätten die Politiker zugesichert, das Thema auf ihre Agenda für das Jahr 2018 zu setzen.

Die angekündigten zusätzlichen 500 Millionen Euro des Landes für die Kitas begrüßten die Verbände, vor allem, wie schnell die neue Landesregierung sich mit diesem Thema befasst. Sie forderten aber gleichzeitig eine baldige Novellierung des Kinderbildungsgesetzes. Das hätten die Politiker ihnen auch zugesichert. Dabei sei im Gespräch, die Kitazuschüsse nicht mehr pro Kind zu berechnen, sondern auf die Träger zu beziehen und so die Berechnungen zu vereinfachen. Bis spätestens 2019 solle das neue Gesetz in Kraft sein, so sei der Plan.

Als weiterer Schritt solle auch die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern besser finanziert werden. Erfreut waren die Verbände auch über den Konsens mit den Politikern, dass die Schulsozialarbeit erhalten bleiben muss, womöglich sogar ausgebaut werden sollte.

Christoph Humburg berichtete: „Man will, dass der Bund das bezahlt, aber die Abgeordneten haben gesagt, dass sie sich für eine Landesfinanzierung einsetzen werden, wenn der Bund das nicht übernimmt.“


Viele Ältere verzichten aus Scham auf Hilfe

Jeder siebte Rentner ist laut Statistik von Armut betroffen. Für sie gibt es vielfältige Hilfen – unter anderem in der „Praxis ohne Grenzen“.
Von Frank Michalczak

Der DGB hat kürzlich Alarm geschlagen: 7877 Remscheidern seien von Alterarmut bedroht, weil sie weniger als 2500 Euro brutto im Monat verdienen. Ein Einkommen oberhalb dieser Grenze sei jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Ihre Rente allein reiche künftig nicht aus.

Dass Altersarmut aber längst nicht nur spätere Generationen trifft, macht die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtverbände zum Thema. Jeder siebte Rentner in Remscheid gilt heutzutage als bedürftig, erklärt Sandra Engelberg vom Caritasverband. „Für sie gibt es vielfältige Hilfen. Leider aber werden sie von vielen Betroffenen nicht in Anspruch genommen – entweder aus Scham oder weil ihnen die nötigen Informationen fehlen“, berichtet Sandra Engelberg, die mit Ute Feldbrügge vom Verein „Die Paritätische“ und Dr. Bettina Stiel-Reifenrath, Koordinatorin von „Praxis ohne Grenzen“, Aufklärungsarbeit leisten will. Die Grundlage dazu lieferte ein Workshop der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlverbandsverbände zum Thema „Versorgung und Gesundheit“.

Ein Ergebnis daraus ist ein neuer Flyer, der auflistet, wo es in Remscheid Hilfsangebote gibt – das Spektrum reicht von der allgemeinen Sozialberatung bei der Caritas bis hin zu den Kleiderläden oder dem Kaufhaus Remscheid, in dem sich die Senioren mit Textilien und Haushaltswaren eindecken können. Für den täglichen Bedarf sorgt zudem die Tafel, die in den Stadtteilen Ausgabestellen für Lebensmittel vorhält.

Als arm gelte, wer weniger als 948 Euro monatlich zur Verfügung hat. Die öffentliche Hand hilft ihnen weiter. „In welchem Maß ist davon abhängig, wie die persönlichen Lebensumstände aussehen – wie hoch zum Beispiel die Miete ist“, erklärt Sandra Engelberg, die appelliert, die staatliche Unterstützung zu nutzen.
Auch die Einsamkeit macht vielen Älteren zu schaffen

Copyright: Pixabay

Niemand müsse sich in Remscheid von Katzenfutter ernähren, fügt Ute Feldbrügge hinzu. Sie macht aber noch auf ein anderes Problem aufmerksam – die Vereinsamung von älteren Menschen, die sich in ihren persönlichen Schutzraum zurückziehen und kaum noch soziale Kontakte haben, insbesondere dann, wenn sie unter Mobilitätseinschränkungen leiden.

Das weiß auch Ärztin Dr. Bettina Stiel-Reifenrath, die bei ihren Hausbesuchen erfahren hat, wie einsam ältere Menschen sein können. Sie ist Koordinatorin der Praxis ohne Grenzen, die sich in Lennep an der Wülfingstraße 1 befindet – dort, wo auch die Tafel ihre Zentrale hat. Jeweils mittwochs, zwischen 17 und 18 Uhr, bietet die Initiative Sprechstunden für alle Remscheider an, die nicht krankenversichert sind. Denn auch dies ist ein Aspekt der Alterarmut. „Kürzlich wandte sich ein 70-jähriger Patient an uns, der seit 17 Jahren nicht krankenversichert ist.“ Er war als Selbstständiger Mitglied einer Privaten Krankenversicherung, konnte aber offenbar seine Beiträge nicht mehr aufbringen. Menschen wie ihm unbürokratisch zu helfen, ist das Anliegen des Netzwerks. Es besteht aus zehn Medizinern , die sich bei den Sprechstunden abwechseln. Zusätzlich stellen aber auch Fachärzte ihre Dienste gratis zur Verfügung – denn in vielen Fällen müssen die Ratsuchenden an deren Praxen verwiesen werden. Zwei bis drei Patientenkontakte zählt Dr. Stiel-Reifenrath pro Woche. Es könnten mehr sein. „Unser Angebot ist noch nicht bekannt genug“, erklärt sie über die Initiative, die sich auf den Höhepunkt der Flüchtlingswelle vor rund zwei Jahren formierte. Mittlerweile ist aus „Praxis ohne Grenzen“ ein eingetragener Verein geworden, der sich aus Spenden finanziert – und entsprechende Quittungen für das Finanzamt ausstellen kann. Kontakt: P 46 22 922.


Das Selbsthilfe-Büro Remscheid ist am 01.09.2017 in die Räumlichkeiten des Paritätischen Remscheid gezogen

Der neue Standort ist aufgrund seiner zentralen Lage in der Innenstadt für Ratsuchende und Selbsthilfe-Interessierte besonders gut erreichbar.
Auch die Öffnungszeiten wurden an die Bedürfnisse der Remscheider Selbsthilfegruppen und Selbsthilfe-Interessierte angepasst. So ist die persönliche und telefonische Sprechzeit nun freitags von 10:00-13:00 Uhr. Darüber hinaus ist Frau Kübler per Mail erreichbar.

„Wir beraten und informieren alle, die auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe sind“, erzählt die Diplom Pädagogin Sabine Kübler, die das Selbsthilfe-Büro im April dieses Jahres übernommen hat. In den rund 40 Gruppen lernen Betroffene andere Menschen mit einem ähnlichen Schicksal kennen. Vor Ort gibt es u.a. Gruppen für Menschen mit Suchterkrankungen, Essstörungen oder für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen. „Sollte es noch keine Selbsthilfegruppe zu einem bestimmten Thema geben, helfe ich gerne dabei, eine neue Gruppe zu gründen“, macht Kübler Mut.

Selbsthilfe-Büro Remscheid
Elberfelder Str. 41
42853 Remscheid

Telefon: 02191/292071
Fax:   02191/40871
E-Mail: selbsthilfe-remscheid@paritaet-nrw.org
Sprechzeit: freitags 10:00-13:00 Uhr


Pressemitteilung

Gute OGS darf keine Glückssache sein!
Die Wohlfahrtsverbände sind bei der Demo der Freien Wohlfahrtspflege am 12. Juli 2017 vor dem Düsseldorfer Landtag mit dabei.

Remscheid, Juli 2017
Die Wohlfahrtsverbände bieten in Remscheid ein verlässliches Betreuungs- und Förderangebot für alle Schülerinnen und Schüler an. Doch viele Träger und Mitarbeitende des Offenen Ganztags sind am Limit. Sie beklagen, dass die aktuellen Rahmenbedingungen für den Offenen Ganztag nicht ausreichen, um den Anforderungen entsprechen zu können.

Die Finanzierung des Offenen Ganztags schwankt stark von Kommune zu Kommune. Glück hat, wer in einer Kommune wohnt, die sich eine auskömmliche Ausstattung der OGS leisten kann. Pech, wer in der armen Nachbarschaftskommune lebt. Dort gibt es häufig zu wenig Mitarbeitende und zu wenige Räume. Landeseinheitliche Standards fehlen, obwohl die Anzahl der Kinder, die den OGS nutzen, kontinuierlich steigt.
Die Träger der Ganztagsbetreuungen in Remscheid schließen sich der Kampagne der Freien Wohlfahrtspflege für eine auskömmliche Finanzierung und landeseinheitliche Standards an. Am 12. Juli werden sie der neuen Landesregierung ein Zeichen setzen und ihre Forderungen mit selbstgestalteten T-Shirts vor dem Düsseldorfer Landtag zum Ausdruck bringen.

Ute Feldbrügge, Geschäftsführerin des Paritätischen in Remscheid, stellt fest: „Es geht um die kognitive und soziale Begleitung unserer Kinder in einer wichtigen Lebensphase. Deshalb muss die Offene Ganztagsbetreuung an Schulen durch verbindliche Festlegung von Standards, höhere Etats, eine einheitliche Förderung in NRW und eine verlässliche gesetzliche Regelung gesichert und weiter ausgebaut werden“

Das der Kampagne zugrunde liegende Positionspapier der Freien Wohlfahrtspflege NRW sowie weitere Informationen gibt es unter: www.freiewohlfahrtspflege-nrw.de


Personalwechsel im Selbsthilfebüro Remscheid

Pressemitteilung des Paritätischen Remscheid

„Bei uns gibt es keine Tabus; das Selbsthilfebüro des Paritätischen Remscheid unterstützt Menschen, die Hilfe brauchen. In Remscheid gibt es rund 40 Selbsthilfegruppen. Wir beraten und informieren alle, die auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe sind“, erzählt Sabine Kübler. Die 32-Jährige strahlt, wenn sie von ihrer Arbeit im Selbsthilfebüro des Paritätischen Remscheid berichtet. Sie ist die Nachfolgerin von Bärbel Lanzrath, die sich in den vergangenen zwei Jahren um das Remscheider Selbsthilfebüro gekümmert hatte und jetzt in den Ruhestand gegangen ist. In den rund 40 Gruppen lernen Betroffene andere Menschen mit einem ähnlichen Schicksal kennen. Es gibt Gruppen für Menschen, mit Suchterkrankungen, Essstörungen oder für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen. Eine andere Gruppe richtet sich an Pflege- und Adoptiveltern. „Das sind nur einige Beispiele - die Vielfalt unserer Gruppen ist groß“, sagt Sabine Kübler. An sie wenden sich die Menschen, die auf der Suche nach einer Gruppe sind. Die Diplom Pädagogin stellt die Kontakte zu den bestehenden Gruppen her. Die Treffen sind zum Teil familiär. „Die Gruppenmitglieder treffen sich oft auch privat; verabreden sich zu Spaziergängen oder stellen gemeinsam ein Fest auf die Beine“, freut sich die 32-Jährige.

„Sollte es noch keine Selbsthilfegruppe für einen bestimmten Bereich geben, helfe ich gerne dabei, eine neue Gruppe zu gründen“, macht Kübler Mut. Sie weiß, was es zu beachten gibt, beispielsweise bei der Suche nach einem Raum. Kübler weiß aber auch, welche Formulare nötig sind, damit eine Gruppe beispielsweise von der Krankenkasse unterstützt wird. Sabine Kübler ist freitags vor Ort im Gesundheitshaus auf der Hastener Straße. Von 12 bis 15 Uhr steht sie den Menschen mit Rat und Tat zur Seite. Wer mag, kann mit oder ohne Termine im Selbsthilfebüro des Paritätischen vorbeischauen. „Ich bin aber natürlich auch an den anderen Tagen erreichbar“, ergänzt sie mit einem herzlichen und offenen Lachen. Das Selbsthilfebüro Remscheid befindet sich im Gesundheitshaus auf der Hastener Straße. Sabine Kübler ist dort per E-Mail oder telefonisch erreichbar Tel. RS 163955, selbsthilfe-remscheid@paritaet-nrw.org und mehr Infos gibt es auf:
www.selbsthilfe-remscheid.de


Foto: Doro Siewert

"Verband ehrt verdiente Mitarbeiter"
Zeitungsartikel vom 01. April 2017 im Remscheider Generalanzeiger

Dieter Janke und Bärbel Lanzrath verabschiedet.
Von Bernd Büllesbach
Zum Abschied gab es Blumen für Dieter Janke und Bärbel Lanzrath – hier mit Horst Löwenberg und Ute Feldbrügge.

Der Paritätische Wohlfahrtverband in Remscheid ist der Dachverband und Plattform für gemeinnützige Vereine und Gesellschaften sowie für Initiativen und Selbsthilfegruppen, die mit ihren Angeboten, Diensten und Einrichtungen vielfältige soziale Hilfen bereithalten.

Das Selbsthilfebüro Remscheid hatte am Donnerstagabend in das Gesundheitshaus in Hasten zu einem Sprechertreffen der Selbsthilfegruppen eingeladen. Gelegenheit, um zwei verdiente Mitarbeiter der Remscheider Selbsthilfe für ihr Engagement zu würdigen und zu verabschieden.
Amtsarzt lobt das ehrenamtliche Engagement

Karl-Heinz Bobring vom Förderkreis für psychosoziale Betreuung und Selbsthilfeinitiativen begrüßte die zahlreich erschienen Gruppensprecher, um gemeinsam die Verabschiedung vorzunehmen. Zum einen war da der 73-jährige Dieter Janke, vergangenes Jahr mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland für außergewöhnliches, ehrenamtliches Engagement für das Allgemeinwesen ausgezeichnet. Weiterhin Mitglied im Seniorenbeirat zuständig für die Optimierung und Vernetzung der Seniorenarbeit in Remscheid, Koordinator der Ehrenamtler im Seniorenheim „Wiedenhof“. Darüber hinaus gehört er zu den Mitbegründern des „Runden Tisches 50+“.

Auch Bärbel Lanzrath wurde anlässlich ihrer Verabschiedung in den Ruhestand geehrt. Sie übernahm Anfang 2015 das Selbsthilfebüro des Paritätischen Wohlfahrtverbandes im Gesundheitshaus und stand Selbsthilfeinteressierten und bestehenden Gruppen zur Seite.

Horst Löwenberg, Geschäftsführer vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Märkischer Kreis, überreichte nach Dankesworten den beiden scheidenden Mitarbeitern jeweils ein üppiges Blumenbouquet sowie an Lanzrath einen Frühstückskorb und an Janke ein Buch.

„Dies ist ein bemerkenswertes ehrenamtliches Engagement, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Ehrenamtler rückläufig ist“, so Löwenberg in seiner Dankesrede. Hausherr Dr. Frank Neveling als Leiter des Gesundheitsamtes komplettierte die Gaben noch durch eine Flasche portugiesischen Portwein.

Sichtlich gerührt dankte Dieter Janke ob der Ehrungen und bat alle Anwesenden, dass Ehrenamt hoch zu schätzen und für den Weiterbestand zu sorgen. „Was ist schon ein Fünfhundert-Euro-Schein gegenüber der herzlichen Umarmung eines Hilfeempfängers?“, fand Janke den richtigen Ton.

Einen Trägerwechsel gibt es ab 1. April im Bereich der Selbsthilfe Koordination. Das Selbsthilfebüro mit Sitz im Gesundheitshaus gehört nicht mehr zum Paritätischen Wohlfahrtverband Lüdenscheid. Ute Feldbrügge, langjährige Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtverbandes Remscheid/Mettmann, wird die Geschäfte übernehmen und erfährt Unterstützung von Sabine Kübler.


Pressemeldung

Was tun gegen Altersarmut in Remscheid?

Einladung zur Fachveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege (AGW) Remscheid

Im Alter wird das Geld knapp, weil Frauen oft in Teilzeit tätig sind und dadurch weniger in die Rentenkasse einzahlen. © Fotolia

Die Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege (AGW) Remscheid macht die Altersarmut zum Thema: Bei einer Fachveranstaltung kommen am Donnerstag, dem 02.02.2017, von 16:00 bis 19:00 Uhr im Lindenhof in der Honsberger Straße 38 in Remscheid unter anderem der Remscheider Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Stadtdirektor Dr. Christian Henkelmann mit Betroffenen sowie mit Experten aus Verbänden, Politik und Verwaltung ins Gespräch. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen zu entwickeln, mit denen der Altersarmut in Remscheid entgegengewirkt werden kann. Dazu wird es auch vier Workshops geben, die sich mit den Aspekten Wohnen, Freizeitgestaltung, Mobilität und Gesundheit befassen. Mehr Informationen zum Programm auf http://www.ekir.de/lennep/Downloads/Altersarmut.pdf

Die Veranstaltung ist öffentlich. Alle Interessierten und Medienschaffenden sind hiermit herzlich eingeladen!

In der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege Remscheid (AGW RS) arbeiten AWO, Caritasverband, Deutsches Rotes Kreuz, Paritätischer Wohlfahrtsverband und Diakonisches Werk zusammen.


Armut ist keine Frage des Schicksals

Auch die Presse berichtete über die Veranstaltung:
Zeitungsartikel vom 03.02.2017 im Remscheider Generalanzeiger

Leiteten Workshops und referierten (von links): Matthias Bioly (Stadtwerke), Ute Feldbrügge (DPWV), Rainer Bannert (AWO, Sandra Engelberg (Caritas), Dr. Frank Johannes Hensel (LAG Freie Wohlfahrtspflege), Dr. Bettina Stiel-Reifenrath (Ärztekammer), David Schmid (Quartiersmanager). Foto: Roland Keusch

AG WOHLFAHRTSPFLEGE DISKUTIERT DAS THEMA ALTERSARMUT. EXPERTE WARNT VOR FOLGEN FÜR DIE DEMOKRATIE.

Von Thomas Wintgen

Vom südafrikanischen Freiheitskämpfer Nelson Mandela stammt die Aussage, dass weder Sklaverei noch Apartheid gottgegeben seien. „Altersarmut ist das auch nicht“, sagte Frank Johannes Hensel am Donnerstag in seinem Impulsreferat zur Fachveranstaltung „Altersarmut“ im neuen Lindenhof. Der promovierte Vorsitzende des Ausschusses „Armut und Sozialberichterstattung“ der Landes-AG Freie Wohlfahrtspflege gab eine Reihe von Handreichungen für die bevorstehenden Auseinandersetzungen vor der Landtags- und der Bundestagswahl.

Eine der Kernaussagen war die, dass verbreitete Alterarmut sehr politisch bedingt sei. Anstatt uns weiszumachen, dass sie „gegeben“ sei, könnte die Politik lieber etwas daran ändern. Inzwischen seien jeder siebte Rentner und schon jedes vierte bis fünfte Kind arm. Hensel kündigte an, dass die Parteien im Wahlkampf diverse Seiten gegeneinander ausspielen würden, anstatt – aufrichtig – Altersarmut zu vermeiden.

Zur faktischen Senkung der Rente zählte 2004 der neue Satz von 43 Prozent („Das ist wenig“); 2008 kam die Erhöhung auf 67 Jahre – de facto eine weitere Senkung; seit 2011 gibt es keine Rentenbeiträge mehr für SGB-II-Bezieher – kein Wunder, dass sich die Zahl derer, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, seit 2003 fast verdoppelt hat.

„Das 3-Säulen-Modell geht an der Realität inzwischen völlig vorbei,“ sagte Hensel, im Hauptberuf Direktor des Diözesan-Caritasverbandes Köln. Die meisten hätten keinerlei Rücklagen mehr. Es sei nicht nur ein Problem von Teilzeitarbeitnehmern, dass selbst nach 35 bis 40 Jahren durchschnittlichen Beitragsjahren die Rente häufig unter 1 000 Euro liegt. 2014 bekam die Rentnerin in Nordrhein-Westfalen im Schnitt 553 Euro und der Rentner 1 168. Die Armutsrisikoschwelle liege bei 918 Euro, das heißt, statistisch „ist praktisch jede Frau ohne Partner von Altersarmut betroffen“.
Achtung: Betroffene verlieren Glauben an die Gesellschaft

Es dürfe nicht sein, dass es auch nach einer langen Phase des Berufserwerbs eine Rente auf Sozialhilfe-Niveau gebe – dass es geradezu egal sei, ob „ich mich ein Leben lang anstrenge oder nicht“. Hensel nannte das „ein fatales Signal, das uns auf die Füße fällt“. Damit meinte er insbesondere, dass solche Menschen den Glauben an Gesellschaft und Politik verlieren – „sie werden dann sehr verführbar“ gegenüber Versprechungen, und darunter leide die Stabilität der Demokratie. Hensel empfahl den Kommunen, möglichst viele Angebote beitragsfrei zu machen und sich vor allen Dingen in den Bereichen Gesundheit – Bildung – Wohnen gut aufzustellen. Um die Scham insbesondere vieler Frauen vor der Inanspruchnahme von Sozialleistungen zu überwinden, legt der Referent nahe, beim Eintritt ins Rentenalter eine verpflichtende Beratung anzubieten.

Was die Kommune tun könne, damit beschäftigen sich die Arbeitskreise Freizeit & Kultur, Mobilität, Gesundheit und Wohnen. Auf die Scham war bei der Begrüßung auch Sandra Engelberg (Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege Remscheid) eingegangen.

Altersarmut habe auch viele soziale Aspekte; sie könne zur Vereinsamung führen, zumal man nur schwer ins Zentrum gelange, aus Geldmangel nicht ins Café gehe sowie auf Einladungen verzichtet, weil man nichts zu bieten hat.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz sagte in seinem Grußwort, dass Altersarmut eine volkswirtschaftliche Herausforderung sei sowie Politik und Verwaltung in allen Bereichen herausfordere – bis hin zur Migration, wo doch heute jeder zweite Schulanfänger in Remscheid einen „Migrationshintergrund“ habe.

Der OB sieht diverse Handlungsfelder für Remscheid: Wenig Geld dürfe nicht den Ausschluss bedeuten. Betroffene müssten bestens über Leistungsangebote informiert sein – bis hin zu den medizinischen.

Prekäre Arbeitsverhältnisse müssten vermieden werden – „Mindestlohn ist das Mindeste“. Eine weitere Rentenkürzung dürfe kein Thema sein. Die beste Vorbeugung sei eine „gute Bildung von Anfang an“, appellierte er, sich des Themas auch in Remscheid fachübergreifend anzunehmen.

Zeitungsartikel vom 4. Februar 2017 in der Rheinischen Post:
http://www.rp-online.de/app/1.6581938



Arbeitslosenreport

Logo der Freien Wohlfahrtspflege NRW

Der aktuelle Arbeitslosenreport der Freie Wohlfahrtspflege NRW unter Beteiligung des Paritätischen NRW liegt vor. Er belegt: Seit 2009 wurde die öffentlich geförderte Beschäftigung für Menschen im Hartz-IV-Bezug drastisch reduziert. Bundesprogramme gehen an den Bedürfnissen der Zielgruppe vorbei. Mehr


Langzeitarbeitslosen-Unterstützung

Drei Arbeitsmarktexpertinnen und drei Arbeitsmarktexperten der Freien Wohlfahrtspflege lächeln in die Kamera

Die Beschäftigung boomt. Dennoch sind allein in NRW 290.000 Menschen langzeitarbeitslos. Rund ein Drittel von ihnen hat ohne eine besondere Unterstützung nur schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Um zu verhindern, dass diese Menschen dauerhaft abgehängt werden und in Perspektivlosigkeit abrutschen, fordern die nordrhein-westfälischen Wohlfahrtsverbände eine Neuausrichtung der Förderinstrumente im SGB II (Hartz IV). Mehr


Brustkrebs-Vorsorge

Eine blinde Frau untersucht die Brüste einer Frau

„Offen denken – damit sich Neues entfalten kann“: Unter diesem Motto stand in diesem Jahr der Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“. Zu den durch die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft ausgezeichneten Orten zählt auch discovering hands, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW. Die Ausbildung von blinden Frauen zu Medizinischen Tastuntersucherinnen zeige, wie durch Experimentierfreude, Neugier und Mut zum Umdenken zukunftsweisende Innovationen im Bereich Brustkrebsfrüherkennung entstehen können. Mehr


Teilen, Tauschen, Nachbarschaft

Gruppe Menschen bei der Tagung, von oben fotografiert

Die Themen Nachbarschaft und Zusammenleben im Quartier sind nicht nur wichtig, sondern auch hochaktuell. Die zentralen Fragen: Wie lassen sich nachbarschaftliche Initiativen vernetzen, welche Voraussetzungen müssen sie erfüllen und wie können sie sich finanzieren? Darüber diskutierten rund 100 Gäste bei der Fachtagung „Teilen, Tauschen, Nachbarschaft – Solidarisches Handeln in Bewegung“ im Essener Unperfekthaus. Damit brachten der Paritätische NRW, die Paritätische Akademie NRW und die Paritätische Geldberatung Initiativen innerhalb und außerhalb des Verbandes zusammen. Mehr


 



 
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