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Selbsthilfebüro

Selbsthilfe in Remscheid


Beraterin vermittelt auch an die Experten

Selbsthilfe-Gruppen: Büro ist nahe Ebert-Platz.

Presseartikel Remscheider General-Anzeiger - 14.10.2017

Von Thomas Wintgen

Vor einem halben Jahr hat sie die Aufgabe von Bärbel Lanzrath übernommen; seit September ist sie vom Gesundheitshaus umgezogen an die Elberfelder Straße (Nr. 41), wo auch Kinderschutzbund und der Müttertreff „Mama mia“ untergebracht sind: Sabine Kübler. Die Diplom-Pädagogin berät fünf Stunden pro Woche im Selbsthilfe-Büro.

„Es gibt in Remscheid rund 50 Selbsthilfe-Gruppen“, weiß Kübler; sie bilden gewissermaßen die Themen ab, um die es auch in ihren Beratungen geht. Die Palette reicht von Adipositas (Fettleibigkeit) über Behinderungen, Demenz, Diabetes, Dialyse, Krebs, Parkinson, Rheuma, Rollstuhlfahrer, Schwerhörigkeit und Sehbehinderung bis zu Sucht und Trauer.

Ein wesentlicher Kreis von Betroffenen sind Angehörige. „Die möchten wir mit ins Boot nehmen und ihnen auch Angebote machen“, schildert die Beraterin. Ein klassisches Beispiel sind die Ehefrauen von Alkoholkranken, wie sie sich zum Beispiel in der Gruppe Vergissmeinnicht gegenseitig unterstützen und selbst helfen. In anderen Städten weiß Sabine Kübler von Eltern von Kindern mit Essstörungen und Aufmerksamkeitsdefiziten.

Foto: Roland Keusch

„Wir sind auch Clearingstelle für Menschen, die um Hilfe suchen“, erklärt die Beraterin. Also Menschen, denen es beispielsweise seit Wochen oder Monaten nicht gut geht. Die vermittelt Kübler zu Therapeuten und anderen Fachleuten, weil „nicht für jeden sind Selbsthilfegruppen zu jeder Zeit das Richtige“, wie sie sagt. Insofern versteht sie sich als „zentrale Beratungs-, Informations- und Vermittlungsstelle“ für Interessierte, Selbsthilfegruppen und Profis.

Beratung, wenn neue Anträge an die Kasse zu stellen sind

Kübler hilft bei der Neugründung von Gruppen oder auch bei Schwierigkeiten innerhalb bestehender Gruppen. Für die verschiedenen Selbsthilfegruppen organisiert sie dreimal im Jahr so genannte Sprechertreffen; sie hilft bei der Öffentlichkeitsarbeit – und insbesondere die schon bestehenden Gruppen suchen gerne auch den Kontakt mit ihr, wenn im März eines jeden Jahres Förderanträge an die Krankenkasse zu stellen sind.


Selbsthilfe mobilisiert eigene Kräfte

Selbsthilfegruppen entstehen, weil Menschen aus eigener Kraft und zusammen mit anderen ihre Lebenssituation verbessern wollen.
Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeit, sich bei gesundheitlichen, seelischen und sozialen Belastungen gegenseitig zu unterstützen.

Es gibt inzwischen zahlreiche Selbsthilfegruppen zu den unterschiedlichsten Anliegen, z.B.

  • chronische Erkrankungen
  • Behinderung
  • Suchterkrankungen
  • Pflegebedürftigkeit
  • Psychische oder soziale Probleme
  • Familie und Partnerschaft
  • Leben im Alter
  • Arbeitslosigkeit

Selbsthilfe lebt von der Gemeinschaft

Im Austausch mit anderen in der Selbsthilfegruppe

  • finden Sie Verständnis – denn Sie treffen Menschen mit ähnlichen Erfahrungen
  • sind Sie nicht allein – denn Gleichgesinnte verstehen Ihre Lebenssituation
  • tauschen Sie Informationen aus – so profitieren alle von dem Wissen und den Erfahrungen der Einzelnen
  • mischen Sie mit – Selbsthilfegruppen geben wichtige Impulse, die zu Veränderungen im Gesundheits- und Sozialbereich beitragen.

Selbsthilfe braucht Unterstützung

Das Selbsthilfe-Büro übernimmt die Grundaufgaben der Selbsthilfeunterstützung. Dabei arbeitet es eng mit der Selbsthilfe-Kontaktstelle in der Nachbarregion zusammen.

Das Selbsthilfe-Büro

  • informiert über Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen
  • vermittelt in bestehende Gruppen
  • verweist auf professionelle Hilfeangebote
  • ist behilflich bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe
  • unterstützt und berät Selbsthilfegruppen, z.B. bei der Öffentlichkeitsarbeit
  • fördert den Erfahrungsaustausch der Selbsthilfegruppen untereinander
  • kooperiert mit Fachleuten aus dem Gesundheits- und Sozialbereich
  • wirbt für den Selbsthilfegedanken in der Öffentlichkeit

Kontakt

Der Paritätische NRW
Selbsthilfebüro Remscheid
Elberfelder Str. 41 | 42853 Remscheid
Telefon: 02191/292071
Fax:   02191/40871
Sprechzeit: freitags 10-13 Uhr

selbsthilfe-remscheid@paritaet-nrw.org


Als Verband der Selbsthilfe bietet der Paritätische vielfältige Strukturen der Selbsthilfeunterstützung. Für die überregionalen Selbsthilfeorganisationen sind eigenständige Formen der Begleitung und gegenseitigen Unterstützung vorhanden. Der Paritätische ist Träger der meisten Selbsthilfe-Kontaktstellen in NRW. Zusammen mit den örtlichen Kreisgruppen bietet der Verband damit ein differenziertes Unterstützungsangebot für die Selbsthilfe. Unter Federführung des Paritätischen wird das "Selbsthilfe-Netz NRW" ständig ausgebaut und weiterentwickelt. Dort finden Sie weitere Informationen zu den Selbsthilfe-Kontaktstellen, den Selbsthilfegruppen vor Ort, den Selbsthilfeorganisationen und vieles mehr.

Selbsthilfenetz

Wie ...? Wer ...? Wo ...?

Im "selbsthilfenetz.de" finden Sie Antworten rund um das Thema Selbsthilfe:

  • Vermittlung zu Selbsthilfegruppen
  • Präsentation der landesweiten Selbsthilfeorganisationen und Fachverbände
  • Hinweise zu Selbsthilfe-Kontaktstellen und anderen Anlaufstellen
  • vielfältige Informationen und Hilfestellungen zur Selbsthilfe im Gesundheits- und Sozialbereich in Nordrhein-Westfalen.

Das Selbsthilfenetz wurde initiiert und wird begleitet vom Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW.
www.selbsthilfenetz.de

 



 
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