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Der Paritätische in Remscheid

... ist der Dachverband für derzeitig 32 gemeinnützige Organisationen und acht Selbsthilfegruppen.
Diese halten mit ihren Angeboten, Diensten und über 80 Einrichtungen vielfältige soziale Hilfen für die Menschen vor Ort bereit.

Aktuelles


Weltkindertag: Bildungs- und Teilhabepaket wird nicht ausgeschöpft

88,1 Prozent der Kinder in Remscheid, die Anspruch auf Leistungen zur angemessenen Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben hätten, gehen leer aus.

Remscheid, 21.09.2018. In Remscheid leben 1924 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren in Familien, die Leistungen nach dem SGB II bekommen. Diesen Kindern Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben zu ermöglichen, ist eines der Ziele des 2011 vom Bund ins Leben gerufenen Bildungs- und Teilhabepakets. Eine aktuelle Studie des Paritätischen Gesamtverbandes zeigt nun: Anders als z. B. beim Schulpaket oder beim Mittagessen in Kitas, kommen die Gelder zur sozialen und kulturellen Teilhabe bei mehr als 85 Prozent der leistungsberechtigten Kinder in Deutschland nicht an. In Remscheid sind es 88,1 Prozent.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Remscheid wird auf dieses Problem am Sonntag, 23.09.2018 im Rahmen der Veranstaltung des Weltkindertages "Kinder brauchen Freiräume" hinweisen.

Kinderarmut - ein Problem für die Zukunft
Wer als Kind arm ist, bleibt es häufig auch als Erwachsener. "Wer ohne Pausenbrot in die Schule kommt, für wen ausreichende Lehrmittel ein Luxus sind und der Urlaub mit der Familie ein Traum bleibt, der hat grundsätzlich weit weniger Bildungs- und Aufstiegschancen", sagt Frau Ute Feldbrügge, Geschäftsführerin des Paritätischen in Remscheid. So können Armutskreisläufe entstehen, die sich über Generationen ziehen. Um Kinderarmut zu verhindern, fordert der Paritätische in Remscheid deshalb:

  • eine einheitliche bedarfsgerechte und einkommensabhängige Kindergrundsicherung,
  • ausreichende Angebote und leichten Zugang zur Jugendarbeit,
  • eine bedarfsgerechte Erhöhung der Regelsätze auch für die Eltern in Hartz IV und weitere passgenaue Hilfen für Langzeitarbeitslose,
  • sowie gezielte Angebote zur Unterstützung Alleinerziehender.

Hindergrundinformationen
Weitere Zahlen und ausführliche Erläuterungen stehen in der aktuellen Kurzexpertise "Empirische Befunde zum Bildungs- und Teilhabepaket: Teilhabequoten im Fokus" des Paritätischen Gesamtverbandes

Teilhabe ist ein Menschenrecht. Der Paritätische Wohlfahrtsverband weist im Rahmen seiner Kampagne "Mensch, Du Hast Recht!" auf Menschenrechtsverletzungen hin, die auch hier in Deutschland stattfinden.



Pressemitteilung

Termin verpasst, Geld gestrichen - Großteil der Sanktionen aufgrund von Meldeversäumnissen

Remscheid, 18. September 2018. Wer beim Jobcenter einen Termin verpasst, bekommt weniger Geld. Von den knapp 1044 Sanktionen, die gegen Hartz IV-Bezieher in Remscheid verhängt wurden, sind 83,8 Prozent auf Meldeversäumnisse beim Jobcenter zurückzuführen. Das ist völlig unverhältnismäßig, kritisiert die Freie Wohlfahrtspflege in Remscheid.

In der Debatte um die Sanktionierung von Hartz IV-Beziehern hat die Freie Wohlfahrtspflege NRW erstmals Zahlen für Nordrhein-Westfalen ausgewertet. Der aktuelle Arbeitslosenreport zeigt auf, dass es in Remscheid im vergangenen Jahr knapp 1044 neu ausgesprochene Sanktionen gab. Jeden Monat waren hier rein rechnerisch rund 174 Hartz IV-Empfänger von mindestens einer Leistungskürzung betroffen. Diese Zahl liegt in der Jahressumme, für die die Bundesagentur für Arbeit keine Statistik vorlegt, jedoch weit höher. Die Freie Wohlfahrtspflege in Remscheid bemängelt das Fehlen dieser Daten, schließlich werden monatlich nicht immer dieselben Personen sanktioniert.

NRW-weit sind 78 Prozent der rund 220.000 neu ausgesprochenen Sanktionen im Jahr 2017 auf Meldeversäumnisse beim Jobcenter zurückzuführen. Die gleiche Tendenz ist auch in Remscheid festzustellen: Rund 83.8 Prozent der Sanktionen erfolgte, weil vom Jobcenter angeordnete Termine nicht eingehalten wurden. Nur etwa 5,9 Prozent der Maßregelungen wurden ausgesprochen, weil sich die Betroffenen weigerten, eine Arbeit, Ausbildung oder Qualifizierungsmaßnahme aufzunehmen oder fortzuführen. "Gemessen an der Schwere der Verstöße, sind die Leistungskürzungen deutlich zu hoch", kritisiert Frau Ute Feldbrügge, Geschäftsführerin des Paritätischen in Remscheid. "Sie führen dazu, dass die Menschen tiefer in Notlagen abrutschen."

Nach Erfahrungen der Wohlfahrtsverbände werden viele Hartz IV-Bezieher sanktioniert, die von psychischen Beeinträchtigungen, Suchterkrankungen, funktionalem Analphabetismus oder interkulturellen Verständigungsschwierigkeiten betroffen sind. Die harten Sanktionen erreichen selten das Ziel, die Betroffenen zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Jobcenter zu bewegen und sie auf den Arbeitsmarkt zu bringen. Sie benötigen vielmehr eine Beratung und Unterstützung, die Rücksicht auf ihre individuelle Situation nimmt.

Zehn bis 60-prozentige Kürzungen des Regelsatzes, der ohnehin nur das Existenzminimum sichert, bedeuten für Hartz IV-Bezieher eine Katastrophe. Das Geld reiche dann nicht mehr für eine Zeitung, ein Buch oder ein Busticket. Bei höheren Kürzungen sei schnell das pure physische Exitenzminimum bedroht, so Frau Feldbrügge.

Auch zeigen die Daten, dass Hartz IV-Bezieher unter 25 Jahren überdurchschnittlich stark von Sanktionen betroffen sind, da ihr Regelsatz bei einer Pflichtverletzung komplett entfällt.
Bei unter 25-Jährigen ist es gesetzlich erlaubt, bereits beim ersten Verstoß Leistungen soweit zu kürzen, dass nur noch die Kosten für Unterkunft und Heizung gedeckt sind. Im Weiderholungsfall wird oft gar kein Geld mehr gezahlt. 2017 wurde Hartz IV-Beziehern unter 25 Jahren in Remscheid die monatliche Gesamtregelleistung druchschnittlich um 88,28 Euro gekürzt. Die besonders drastischen Sanktionen für Jugendliche führen dazu, dass sich deren prekäre Lebenslagen zuspitzen. Viele Jugendliche brechen nicht nur den Kontakt zum Jobcenter ab, sondern "verschwinden" in sozialer Isolation, Kleinkriminalität, Schwarzarbeit, Suchtmittelkonsum oder Verschuldung.

Damit nicht noch mehr junge Menschen verloren gehen, fordert die Freie Wohlfahrtspflege NRW die umgehende Abschaffung der besonders scharfen Sanktionsregelungen für unter 25-Jährige. Eine Forderung, die auch durch eine aktuelle Online-Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gestützt wird. Darin lehnt die Mehrheit der Befragten härtere Sanktionen für unter 25-Jährige ab.

Ob die Kürzung des Arbeitslosengeldes II mit dem Grundgesetz überhaupt vereinbart ist, prüft derzeit das Bundesverfassungsgericht. Noch für das laufende Jahr 2018 hat es ein Urteil angekündigt, das die Freie Wohlfahrtspflege NRW mit Spannung erwartet. "Die Grundsicherung ist mehr als eine arbeitsmarktpolitische Leistung. Sie umfasst das, was Menschen zum Leben bleibt, wenn alle Stricke reißen", betont Frau Feldbrügge. "Es geht hier um nicht weniger als die grundsätzlich geschützte Würde des Menschen".

Hintergrund:

Die Wohlfahrtsverbände in NRW veröffentlichen mehrmals jährlich den "Arbeitslosenreport NRW". Basis sind Daten der offiziellen Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Hinzu kommen Kennzahlen zu Unterbeschäftigung, Langzeitarbeitslosigkeit und zur Zahl der Personen in Bedarfsgemeinschaften, um längerfristige Entwicklungen sichtbar zu machen. Der Arbeitslosenreport NRW sowie übersichtliche Datenblätter mit regionalen Zahlen können im Internet unter www.arbeitslosenreport-nrw.de heruntergeladen werden. Der Arbeitslosenreport NRW ist ein Kooperationsprojekt der Freien Wohlfahrtspflege NRW mit dem Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz.

In der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW haben sich 16 Spitzenverbände in sechs Verbandsgruppen zusammengeschlossen. Mit ihren Einrichtungen und Diensten bieten sie eine glächendeckende Infrastruktur der Unterstützung für alle, vor allem aber für benachteiligte und hilfebedürftige Menschen an. Ziel der Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege NRW ist die Weiterentwicklung der sozialen Arbeit in Nordrhein-Westfalen und die Sicherung bestehender Angebote. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW weist auf soziale Missstände hin, initiiert neue soziale Dienste und wirkt an der Sozialgesetzgebung mit .



Die Schule geht los - aber nicht alle Kinder in NRW dürfen hin

Paritätischer NRW: Das Menschenrecht auf Bildung gilt auch für geflüchtete Kinder

Wuppertal, 27. August 2018. Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, am Mittwoch geht es wieder los in den Schulen in NRW. Doch hingehen dürfen nicht alle. „Geflüchtete Kinder und Jugendliche in den Landeseinrichtungen fallen hinten runter, ihnen wird der Zugang zur Regelschule systematisch verwehrt“, so Christian Woltering, Landesgeschäftsführer des Paritätischen NRW. „Bis zu zwei Jahren Isolation in den Einrichtungen, das verstößt gegen die UN-Kinderrechtskonvention. Dies trägt nicht gerade zu einer gelungenen Integration bei. Wir appellieren daher an das Land NRW, alle Wege zu prüfen, um geflüchteten Minderjährigen im schulpflichtigen Alter den Besuch der Regelschulen zu ermöglichen.“

©ehrenberg-Bilder - Fotolia.com

Zwar gilt auch in NRW die Schulpflicht, doch greift sie laut NRW-Schulgesetz erst mit Zuweisung der Geflüchteten an die Kommunen. Und das kann dauern, wie der Blick auf die Zahlen der Landesregierung zeigt: Im Juli 2018 waren von 3.189 minderjährigen Geflüchteten, die in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes NRW untergebracht sind, 1.140 bereits länger als drei Monate dort. 220 Kinder und Jugendliche sind seit über einem halben Jahr in den Landeseinrichtungen, 32 seit mehr als einem Jahr. „So kann das nicht weitergehen, diese politisch verordnete soziale Ausgrenzung und gesellschaftliche Isolation verstößt gegen die Menschenrechte.“ Deutschland hat die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert. Jetzt muss sie umgesetzt werden.

„Eine humane und rechtsstaatliche Flüchtlingspolitik sieht anders aus. Wir appellieren an die NRW-Landesregierung, einen menschenwürdigen Kurs einzuschlagen und allen Minderjährigen den Zugang zu Bildungs- und Betreuungseinrichtungen zu ermöglichen. Dies ist nicht nur das Recht der geflüchteten Kinder und Jugendlichen. Sondern auch elementar wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in NRW. Denn Bildung und soziale Kontakte sind der erste Schritt zu einer gelungenen Integration, ohne geht es nicht. Wir reden hier von Menschen, die Schlimmes erlebt haben und oft traumatisiert sind. Dass Frustration, Aggressionen und Übergriffe zunehmen, wenn Menschen auf Dauer zum Nichtstun verdammt sind, liegt auf der Hand“, erklärt Woltering und fordert die Landesregierung auf, sich zum Grundsatz frühzeitiger Integration von Anfang an zu bekennen.

Schulpflicht in NRW: der rechtliche Hintergrund


In konsequenter Umsetzung des Rechtes auf Bildung müsste die Schulpflicht vom ersten Tag an gelten und nicht erst mit der Zuweisung von geflüchteten Minderjährigen und ihren Familien in eine Gemeinde, wie es das Schulgesetz in Nordrhein-Westfalen in § 34 Abs. 6 vorsieht.

„Jedes Kind hat Anspruch auf Erziehung und Bildung“ heißt es in Artikel 8 der Landesverfassung. In Verbindung mit den Vorgaben aus Artikel 28 der UN-Kinderrechtskonvention muss mit Blick auf das Kindeswohl und die Rechte von Kindern und Jugendlichen ihr Recht auf Schulbildung und Beschulung in einer Regelschule ermöglicht werden.

Ein Beschluss des Verwaltungsgerichtes München zeigt, dass sich die Beschulung von Kindern auch verwaltungsgerichtlich durchsetzen lässt. Das Verwaltungsgericht München (Beschluss vom 8. Januar 2018, Az. M E 3 E 17.5029, M 3 E 17.4737, M 3 E 17.4801) hatte in drei Eilverfahren Kindern das Recht zugesprochen, am Regelschulbesuch teilzunehmen.



Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände in Remscheid trifft Bundestagsabgeordneten

Pressemitteilung vom 16.07.2018

Heute trafen sich die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft freie Wohlfahrtspflege mit dem Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt. Hierbei bekundeten die Vorstände bzw. Geschäftsführenden der Wohlfahrtsverbände ihre große Besorgnis und auch ihren Unmut zur aktuellen Asyl- und Migrationspolitik. Des Weiteren diskutierten sie mit dem Vertreter der Bundesregierung den vorliegenden Referentenentwurf zur Förderung von Langzeitarbeitslosen. Auch die Situation des in der Türkei verhafteten Remscheider Sozialarbeiters war Thema im Gespräch.
 
Die Remscheider Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege traf sich heute mit dem Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt, um mit ihm aktuelle sozialpolitischen Themen zu besprechen. „Wir sind entsetzt über die derzeitige Diskussionen in der Asyl- und Migrationspolitik“, so Sandra Engelberg, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft. „Wenn man in den letzten Wochen die Diskussion um den Flüchtlingsschutz verfolgt hat, musste man den Eindruck gewinnen, dass es hier keinesfalls um den Schutz von Menschen geht, die von Gewalt, Verfolgung und Krieg betroffen sind, sondern nur um den Schutz von Europa.“ „Dies“, so die Vertreter*innen der AGW, „widerspricht nicht nur der Genfer Flüchtlingskommission sondern auch der europäischen Menschenrechtskommission. Verfolgte Menschen brauchen Schutz – auch in Europa.

Die weltweite Zahl von Flüchtlingen nimmt weiterhin deutlich zu. In Deutschland und Europa aber sinken die Zahlen. Trotzdem wird aktuell so getan, als bräuchte es dringend weitere Verschärfungen.“ „Wir müssen unser Augenmerk auf die wirklich wichtigen Themen richten,“ betonte Engelberg, „wie die Bekämpfung der Fluchtursachen, eine gerechte und vernünftige Verteilung der Asylsuchenden in Europa und eine erfolgreiche Integration in unsere Gesellschaft. Die aktuellen Diskussionen führen nur zu Angst und Verunsicherung. Sie treiben einen Keil in unsere Gesellschaft und setzen das große Engagement derer herab, die sich aktiv für ein Miteinander und einen Zusammenhalt in der Gesellschaft eingesetzt haben.“

© juergenhardt.de

Positiv bewertet die Arbeitsgemeinschaft, dass nun endlich das Thema Einwanderungsgesetz angepackt werden soll. „Es wurde immer wieder gefordert, sich dieses Themas anzunehmen und wir sind froh, dass sich die Regierung nun noch einmal zu diesem Ziel bekannt hat und hoffen, dass dies nun sehr zeitnah in Angriff genommen wird. Wir brauchen dringend legale Einreisewege, auch um die oft tödlichen Fahrten über das Mittelmeer zu beenden.“

Die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege Remscheid begrüßt den Referentenentwurf zum Teilhabe-Chancen-Gesetz und zu einem sozialen Arbeitsmarkt. Mit diesem Entwurf wird ein Regelinstrument geschaffen, welches Menschen die bereits lange arbeitslos sind, langfristig fördert. „Dass dies dringend notwendig ist, sehen wir immer wieder in unseren Maßnahmen,“ so Engelberg. „Menschen die erfolgreich gekämpft haben, um wieder eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt zu haben, werden nach kurzer Zeit wieder allein gelassen. Die bereits erreichten Erfolge werden so wieder schnell zunichte gemacht.“

Die Arbeitsgemeinschaft plädiert jedoch dafür, dass die Fördervoraussetzung von sechs Jahren Leistungsbezug deutlich abgesenkt wird auf max. vier Jahre. Des Weiteren sei es für alle Beteiligten wichtig, dass die Beschäftigung auf Freiwilligkeit beruhe, denn nur so könne eine zielführende und erfolgreiche Beschäftigungsmaßnahme geschaffen werden. Die Vertreter der Wohlfahrtsverbände befürworten, dass auch bei dieser Beschäftigungsmaßnahme Coaching Teil der Maßnahme sein soll, genauso wie eine berufsbezogene Qualifizierung. „Viele der Teilnehmenden machen während einer solchen Maßnahme eine tolle Entwicklung durch“, betonte Sandra Engelberg. „Daher ist es wichtig, dass wir dafür sorgen, dass ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig verbessert werden.“ Dazu gehöre auch, dass wir Möglichkeiten der (Weiter-)Qualifizierung bieten.“
 
Im Anschluss an das Gespräch erklärte Bundestagsabgeordneter Jürgen Hardt: „Für mich ist der regelmäßige Austausch mit den Sozialverbänden in meinem Wahlkreis enorm wichtig. Er hilft mir die wahren Herausforderungen in der Sozialpolitik besser zu verstehen. An den Themen Flüchtlinge, Langzeitarbeitslosigkeit und auch Pflege zeigt sich wie groß die Herausforderungen sind und dass an Lösungen beharrlich und langfristig gearbeitet werden muss. Die konkreten Vorschläge aus dem Gespräch, etwa zum Teilhabe- Chancen-Gesetz, werde ich nach Berlin mitnehmen und mit Sozialpolitikern der Union diskutieren.“
Zum Abschluss des Gespräches bat die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege den Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt, sich weiterhin aktiv für die Freilassung der in der Türkei inhaftieren Deutschen einzusetzen. Wir denken hier natürlich insbesondere an den Kollegen des Internationalen Bundes, Herrn Adil Demirci, der während eines Türkeiaufenthaltes verhaftet wurde.


Mensch, du hast Recht

Menschenrechte sind 2018 Schwerpunkt des Paritätischen

Die Menschenrechte sind Schwerpunktthema des Paritätischen – bundesweit und das ganze Jahr lang. Anlass ist das 70. Jubiläum der Unterzeichnung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948. Verbindlich und doch oft verletzt.

Die Erklärung der Menschenrechte sichert jedem Menschen – unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sozialer Anschauung, ethnischer und sozialer Herkunft – weltweit gleiche Rechte und Freiheiten zu. Seit ihrer Verkündung haben die Menschenrechte Eingang in internationale Vereinbarungen, völkerrechtlich bindende Konventionen und nationale Verfassungen gefunden. Doch weiterhin werden weltweit Menschenrechte schwer verletzt - ihr Schutz muss immer wieder neu eingefordert werden.

Sechs Rechte besonders im Blick

Der Paritätische Wohlfahrtsverband tritt täglich für die sozialen und individuellen Menschenrechte ein: Er deckt Menschenrechtsverletzungen auf, informiert die Öffentlichkeit und setzt sich für die Rechte und Freiheiten aller Menschen ein. Im Jahr 2018 tut er das besonders und mit vielfältigen Aktivitäten - unter dem Motto „Mensch, du hast Recht“. Auf sechs Themenfelder richtet der Verband dabei besonders den Blick:

       Recht auf Bildung
       Recht auf Schutz
       Recht auf Selbstbestimmung
       Recht auf Teilhabe
       Recht auf Wohnen
       Recht auf Gesundheit

Eine neue Internetseite des Paritätischen Gesamtverbands bündelt unter der Adresse Texte, Positionen und Informationen zum Thema sowie einen Veranstaltungskalender und einen Menschenrechtsblog. Interessierte finden www.mensch-du-hast-recht.de dort auch Materialien zum Herunterladen und Mitmachen.

Übrigens gibt es zur Kampagne auch die Menschenrechte in leichter Sprache nachzulesen.


Beraterin vermittelt auch an die Experten

Selbsthilfe-Gruppen: Büro ist nahe Ebert-Platz.

Zeitungsartikel vom 14. Oktober 2017 im Remscheider Generalanzeiger
Von Thomas Wintgen

Sitzt seit wenigen Wochen im neuen Büro: Sabine Kübler. Foto: Roland Keusch

Vor einem halben Jahr hat sie die Aufgabe von Bärbel Lanzrath übernommen; seit September ist sie vom Gesundheitshaus umgezogen an die Elberfelder Straße (Nr. 41), wo auch Kinderschutzbund und der Müttertreff „Mama mia“ untergebracht sind: Sabine Kübler. Die Diplom-Pädagogin berät fünf Stunden pro Woche im Selbsthilfe-Büro.

„Es gibt in Remscheid rund 50 Selbsthilfe-Gruppen“, weiß Kübler; sie bilden gewissermaßen die Themen ab, um die es auch in ihren Beratungen geht. Die Palette reicht von Adipositas (Fettleibigkeit) über Behinderungen, Demenz, Diabetes, Dialyse, Krebs, Parkinson, Rheuma, Rollstuhlfahrer, Schwerhörigkeit und Sehbehinderung bis zu Sucht und Trauer.

Ein wesentlicher Kreis von Betroffenen sind Angehörige. „Die möchten wir mit ins Boot nehmen und ihnen auch Angebote machen“, schildert die Beraterin. Ein klassisches Beispiel sind die Ehefrauen von Alkoholkranken, wie sie sich zum Beispiel in der Gruppe Vergissmeinnicht gegenseitig unterstützen und selbst helfen. In anderen Städten weiß Sabine Kübler von Eltern von Kindern mit Essstörungen und Aufmerksamkeitsdefiziten.

„Wir sind auch Clearingstelle für Menschen, die um Hilfe suchen“, erklärt die Beraterin. Also Menschen, denen es beispielsweise seit Wochen oder Monaten nicht gut geht. Die vermittelt Kübler zu Therapeuten und anderen Fachleuten, weil „nicht für jeden sind Selbsthilfegruppen zu jeder Zeit das Richtige“, wie sie sagt. Insofern versteht sie sich als „zentrale Beratungs-, Informations- und Vermittlungsstelle“ für Interessierte, Selbsthilfegruppen und Profis.

Beratung, wenn neue Anträge an die Kasse zu stellen sind

Kübler hilft bei der Neugründung von Gruppen oder auch bei Schwierigkeiten innerhalb bestehender Gruppen. Für die verschiedenen Selbsthilfegruppen organisiert sie dreimal im Jahr so genannte Sprechertreffen; sie hilft bei der Öffentlichkeitsarbeit – und insbesondere die schon bestehenden Gruppen suchen gerne auch den Kontakt mit ihr, wenn im März eines jeden Jahres Förderanträge an die Krankenkasse zu stellen sind.

Selbsthilfe-Büro, Elberfelder Str. 41, telefonische und persönliche Sprechstunden freitags 10-13 Uhr, 02191 292071; kuebler-s@paritaet-nrw.org selbsthilfe-remscheid@paritaet-nrw.org


Wohlfahrtsverbände fordern mehr Hilfe

Zeitungsartikel vom 09. September 2017 im Remscheider Generalanzeiger

Arbeitsgemeinschaft hat sich mit den bergischen Landtagsabgeordneten getroffen. Unter anderem ging es um Kita-Zuschüsse.
Von Katharina Rüth

Lob für schnelle Arbeit, aber auch weitere Forderungen hatten die Freien Wohlfahrtsverbände aus Wuppertal, Solingen und Remscheid, die sich nach der Wahl mit den Landtagsabgeordneten von CDU, SPD und FDP getroffen haben.

Gut angekommen ist der „Rettungspaket“ genannte Zuschuss für die Kitas sowie die Zusage, die Schulsozialarbeit zu erhalten. Mehr Einsatz wünschen sich die Verbände beim Thema Offener Ganztag und der gesetzlichen Betreuung. Grundproblem in allen Bereichen sei unzureichende Finanzierung der Arbeit, erläuterte Christoph Humburg, Caritaschef für Solingen und Wuppertal sowie Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege im bergischen Städtedreieck (siehe Kasten).

Die öffentlichen Zuschüsse stiegen seit Jahren nur wenig, die tatsächlichen Kosten, vor allem die Personalkosten, stiegen wesentlich schneller. Das hätten sie den Politikern erneut vor Augen geführt. Ein Beispiel für die Unterfinanzierung sei die Arbeit in der gesetzlichen Betreuung, erläuterte Florian Schäfer vom Diakonischen Werk Remscheid. Seit 2005 seien die Zuschüsse für die Gehälter der gesetzlichen Betreuer nicht angepasst worden. „Dadurch geraten die Betreuungsvereine in Nöte“, sagte Schäfer. In Köln sei bereits ein Verein insolvent gegangen, die Vereine im bergischen Städtedreieck seien sehr unter Druck. Es habe zwar eine Erhöhung der Zuschüsse für die Beratung und Fortbildungsarbeit gegeben, doch mehr Geld für die Vergütung der Mitarbeiter stehe noch aus.

Die Vertreter der Freien Wohlfahrtspflege (v. l.): Florian Schäfer, Christoph Humburg und Leonid Goldberg. Foto: Anna Schwartz

Auch beim Thema Ganztagsbetreuung an Schulen sehen die Verbände Handlungsbedarf. „80 Prozent der Mitarbeiter in diesem Bereich sind ungelernt“, sagte Leonid Goldberg, Geschäftsführer des Jüdischen Wohlfahrtsverbands und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Wuppertaler Verbände. „Das sind keine Erzieher, das sind nur Aufpasser.“
Im Gespräch ist, Kita-Zuschüsse nicht mehr pro Kind zu berechnen

Auf ihr Drängen auf eine bessere Finanzierung hätten die Politiker auf knappe Kassen verwiesen. Dennoch sei man sich einig gewesen, dass auch in diesem Bereich Qualitätsstandards wichtig sind. Immerhin, so freute sich Christoph Humburg, hätten die Politiker zugesichert, das Thema auf ihre Agenda für das Jahr 2018 zu setzen.

Die angekündigten zusätzlichen 500 Millionen Euro des Landes für die Kitas begrüßten die Verbände, vor allem, wie schnell die neue Landesregierung sich mit diesem Thema befasst. Sie forderten aber gleichzeitig eine baldige Novellierung des Kinderbildungsgesetzes. Das hätten die Politiker ihnen auch zugesichert. Dabei sei im Gespräch, die Kitazuschüsse nicht mehr pro Kind zu berechnen, sondern auf die Träger zu beziehen und so die Berechnungen zu vereinfachen. Bis spätestens 2019 solle das neue Gesetz in Kraft sein, so sei der Plan.

Als weiterer Schritt solle auch die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern besser finanziert werden. Erfreut waren die Verbände auch über den Konsens mit den Politikern, dass die Schulsozialarbeit erhalten bleiben muss, womöglich sogar ausgebaut werden sollte.

Christoph Humburg berichtete: „Man will, dass der Bund das bezahlt, aber die Abgeordneten haben gesagt, dass sie sich für eine Landesfinanzierung einsetzen werden, wenn der Bund das nicht übernimmt.“


Viele Ältere verzichten aus Scham auf Hilfe

Jeder siebte Rentner ist laut Statistik von Armut betroffen. Für sie gibt es vielfältige Hilfen – unter anderem in der „Praxis ohne Grenzen“.
Von Frank Michalczak

Der DGB hat kürzlich Alarm geschlagen: 7877 Remscheidern seien von Alterarmut bedroht, weil sie weniger als 2500 Euro brutto im Monat verdienen. Ein Einkommen oberhalb dieser Grenze sei jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Ihre Rente allein reiche künftig nicht aus.

Dass Altersarmut aber längst nicht nur spätere Generationen trifft, macht die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtverbände zum Thema. Jeder siebte Rentner in Remscheid gilt heutzutage als bedürftig, erklärt Sandra Engelberg vom Caritasverband. „Für sie gibt es vielfältige Hilfen. Leider aber werden sie von vielen Betroffenen nicht in Anspruch genommen – entweder aus Scham oder weil ihnen die nötigen Informationen fehlen“, berichtet Sandra Engelberg, die mit Ute Feldbrügge vom Verein „Die Paritätische“ und Dr. Bettina Stiel-Reifenrath, Koordinatorin von „Praxis ohne Grenzen“, Aufklärungsarbeit leisten will. Die Grundlage dazu lieferte ein Workshop der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlverbandsverbände zum Thema „Versorgung und Gesundheit“.

Ein Ergebnis daraus ist ein neuer Flyer, der auflistet, wo es in Remscheid Hilfsangebote gibt – das Spektrum reicht von der allgemeinen Sozialberatung bei der Caritas bis hin zu den Kleiderläden oder dem Kaufhaus Remscheid, in dem sich die Senioren mit Textilien und Haushaltswaren eindecken können. Für den täglichen Bedarf sorgt zudem die Tafel, die in den Stadtteilen Ausgabestellen für Lebensmittel vorhält.

Als arm gelte, wer weniger als 948 Euro monatlich zur Verfügung hat. Die öffentliche Hand hilft ihnen weiter. „In welchem Maß ist davon abhängig, wie die persönlichen Lebensumstände aussehen – wie hoch zum Beispiel die Miete ist“, erklärt Sandra Engelberg, die appelliert, die staatliche Unterstützung zu nutzen.
Auch die Einsamkeit macht vielen Älteren zu schaffen

Copyright: Pixabay

Niemand müsse sich in Remscheid von Katzenfutter ernähren, fügt Ute Feldbrügge hinzu. Sie macht aber noch auf ein anderes Problem aufmerksam – die Vereinsamung von älteren Menschen, die sich in ihren persönlichen Schutzraum zurückziehen und kaum noch soziale Kontakte haben, insbesondere dann, wenn sie unter Mobilitätseinschränkungen leiden.

Das weiß auch Ärztin Dr. Bettina Stiel-Reifenrath, die bei ihren Hausbesuchen erfahren hat, wie einsam ältere Menschen sein können. Sie ist Koordinatorin der Praxis ohne Grenzen, die sich in Lennep an der Wülfingstraße 1 befindet – dort, wo auch die Tafel ihre Zentrale hat. Jeweils mittwochs, zwischen 17 und 18 Uhr, bietet die Initiative Sprechstunden für alle Remscheider an, die nicht krankenversichert sind. Denn auch dies ist ein Aspekt der Alterarmut. „Kürzlich wandte sich ein 70-jähriger Patient an uns, der seit 17 Jahren nicht krankenversichert ist.“ Er war als Selbstständiger Mitglied einer Privaten Krankenversicherung, konnte aber offenbar seine Beiträge nicht mehr aufbringen. Menschen wie ihm unbürokratisch zu helfen, ist das Anliegen des Netzwerks. Es besteht aus zehn Medizinern , die sich bei den Sprechstunden abwechseln. Zusätzlich stellen aber auch Fachärzte ihre Dienste gratis zur Verfügung – denn in vielen Fällen müssen die Ratsuchenden an deren Praxen verwiesen werden. Zwei bis drei Patientenkontakte zählt Dr. Stiel-Reifenrath pro Woche. Es könnten mehr sein. „Unser Angebot ist noch nicht bekannt genug“, erklärt sie über die Initiative, die sich auf den Höhepunkt der Flüchtlingswelle vor rund zwei Jahren formierte. Mittlerweile ist aus „Praxis ohne Grenzen“ ein eingetragener Verein geworden, der sich aus Spenden finanziert – und entsprechende Quittungen für das Finanzamt ausstellen kann. Kontakt: P 46 22 922.


Das Selbsthilfe-Büro Remscheid ist am 01.09.2017 in die Räumlichkeiten des Paritätischen Remscheid gezogen

Der neue Standort ist aufgrund seiner zentralen Lage in der Innenstadt für Ratsuchende und Selbsthilfe-Interessierte besonders gut erreichbar.
Auch die Öffnungszeiten wurden an die Bedürfnisse der Remscheider Selbsthilfegruppen und Selbsthilfe-Interessierte angepasst. So ist die persönliche und telefonische Sprechzeit nun freitags von 10:00-13:00 Uhr. Darüber hinaus ist Frau Kübler per Mail erreichbar.

„Wir beraten und informieren alle, die auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe sind“, erzählt die Diplom Pädagogin Sabine Kübler, die das Selbsthilfe-Büro im April dieses Jahres übernommen hat. In den rund 40 Gruppen lernen Betroffene andere Menschen mit einem ähnlichen Schicksal kennen. Vor Ort gibt es u.a. Gruppen für Menschen mit Suchterkrankungen, Essstörungen oder für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen. „Sollte es noch keine Selbsthilfegruppe zu einem bestimmten Thema geben, helfe ich gerne dabei, eine neue Gruppe zu gründen“, macht Kübler Mut.

Selbsthilfe-Büro Remscheid
Elberfelder Str. 41
42853 Remscheid

Telefon: 02191/292071
Fax:   02191/40871
E-Mail: selbsthilfe-remscheid@paritaet-nrw.org
Sprechzeit: freitags 10:00-13:00 Uhr


Pressemitteilung

Gute OGS darf keine Glückssache sein!
Die Wohlfahrtsverbände sind bei der Demo der Freien Wohlfahrtspflege am 12. Juli 2017 vor dem Düsseldorfer Landtag mit dabei.

Remscheid, Juli 2017
Die Wohlfahrtsverbände bieten in Remscheid ein verlässliches Betreuungs- und Förderangebot für alle Schülerinnen und Schüler an. Doch viele Träger und Mitarbeitende des Offenen Ganztags sind am Limit. Sie beklagen, dass die aktuellen Rahmenbedingungen für den Offenen Ganztag nicht ausreichen, um den Anforderungen entsprechen zu können.

Die Finanzierung des Offenen Ganztags schwankt stark von Kommune zu Kommune. Glück hat, wer in einer Kommune wohnt, die sich eine auskömmliche Ausstattung der OGS leisten kann. Pech, wer in der armen Nachbarschaftskommune lebt. Dort gibt es häufig zu wenig Mitarbeitende und zu wenige Räume. Landeseinheitliche Standards fehlen, obwohl die Anzahl der Kinder, die den OGS nutzen, kontinuierlich steigt.
Die Träger der Ganztagsbetreuungen in Remscheid schließen sich der Kampagne der Freien Wohlfahrtspflege für eine auskömmliche Finanzierung und landeseinheitliche Standards an. Am 12. Juli werden sie der neuen Landesregierung ein Zeichen setzen und ihre Forderungen mit selbstgestalteten T-Shirts vor dem Düsseldorfer Landtag zum Ausdruck bringen.

Ute Feldbrügge, Geschäftsführerin des Paritätischen in Remscheid, stellt fest: „Es geht um die kognitive und soziale Begleitung unserer Kinder in einer wichtigen Lebensphase. Deshalb muss die Offene Ganztagsbetreuung an Schulen durch verbindliche Festlegung von Standards, höhere Etats, eine einheitliche Förderung in NRW und eine verlässliche gesetzliche Regelung gesichert und weiter ausgebaut werden“

Das der Kampagne zugrunde liegende Positionspapier der Freien Wohlfahrtspflege NRW sowie weitere Informationen gibt es unter: www.freiewohlfahrtspflege-nrw.de


Personalwechsel im Selbsthilfebüro Remscheid

Pressemitteilung des Paritätischen Remscheid

„Bei uns gibt es keine Tabus; das Selbsthilfebüro des Paritätischen Remscheid unterstützt Menschen, die Hilfe brauchen. In Remscheid gibt es rund 40 Selbsthilfegruppen. Wir beraten und informieren alle, die auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe sind“, erzählt Sabine Kübler. Die 32-Jährige strahlt, wenn sie von ihrer Arbeit im Selbsthilfebüro des Paritätischen Remscheid berichtet. Sie ist die Nachfolgerin von Bärbel Lanzrath, die sich in den vergangenen zwei Jahren um das Remscheider Selbsthilfebüro gekümmert hatte und jetzt in den Ruhestand gegangen ist. In den rund 40 Gruppen lernen Betroffene andere Menschen mit einem ähnlichen Schicksal kennen. Es gibt Gruppen für Menschen, mit Suchterkrankungen, Essstörungen oder für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen. Eine andere Gruppe richtet sich an Pflege- und Adoptiveltern. „Das sind nur einige Beispiele - die Vielfalt unserer Gruppen ist groß“, sagt Sabine Kübler. An sie wenden sich die Menschen, die auf der Suche nach einer Gruppe sind. Die Diplom Pädagogin stellt die Kontakte zu den bestehenden Gruppen her. Die Treffen sind zum Teil familiär. „Die Gruppenmitglieder treffen sich oft auch privat; verabreden sich zu Spaziergängen oder stellen gemeinsam ein Fest auf die Beine“, freut sich die 32-Jährige.

„Sollte es noch keine Selbsthilfegruppe für einen bestimmten Bereich geben, helfe ich gerne dabei, eine neue Gruppe zu gründen“, macht Kübler Mut. Sie weiß, was es zu beachten gibt, beispielsweise bei der Suche nach einem Raum. Kübler weiß aber auch, welche Formulare nötig sind, damit eine Gruppe beispielsweise von der Krankenkasse unterstützt wird. Sabine Kübler ist freitags vor Ort im Gesundheitshaus auf der Hastener Straße. Von 12 bis 15 Uhr steht sie den Menschen mit Rat und Tat zur Seite. Wer mag, kann mit oder ohne Termine im Selbsthilfebüro des Paritätischen vorbeischauen. „Ich bin aber natürlich auch an den anderen Tagen erreichbar“, ergänzt sie mit einem herzlichen und offenen Lachen. Das Selbsthilfebüro Remscheid befindet sich im Gesundheitshaus auf der Hastener Straße. Sabine Kübler ist dort per E-Mail oder telefonisch erreichbar Tel. RS 163955, selbsthilfe-remscheid@paritaet-nrw.org und mehr Infos gibt es auf:
www.selbsthilfe-remscheid.de


Foto: Doro Siewert

"Verband ehrt verdiente Mitarbeiter"
Zeitungsartikel vom 01. April 2017 im Remscheider Generalanzeiger

Dieter Janke und Bärbel Lanzrath verabschiedet.
Von Bernd Büllesbach
Zum Abschied gab es Blumen für Dieter Janke und Bärbel Lanzrath – hier mit Horst Löwenberg und Ute Feldbrügge.

Der Paritätische Wohlfahrtverband in Remscheid ist der Dachverband und Plattform für gemeinnützige Vereine und Gesellschaften sowie für Initiativen und Selbsthilfegruppen, die mit ihren Angeboten, Diensten und Einrichtungen vielfältige soziale Hilfen bereithalten.

Das Selbsthilfebüro Remscheid hatte am Donnerstagabend in das Gesundheitshaus in Hasten zu einem Sprechertreffen der Selbsthilfegruppen eingeladen. Gelegenheit, um zwei verdiente Mitarbeiter der Remscheider Selbsthilfe für ihr Engagement zu würdigen und zu verabschieden.
Amtsarzt lobt das ehrenamtliche Engagement

Karl-Heinz Bobring vom Förderkreis für psychosoziale Betreuung und Selbsthilfeinitiativen begrüßte die zahlreich erschienen Gruppensprecher, um gemeinsam die Verabschiedung vorzunehmen. Zum einen war da der 73-jährige Dieter Janke, vergangenes Jahr mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland für außergewöhnliches, ehrenamtliches Engagement für das Allgemeinwesen ausgezeichnet. Weiterhin Mitglied im Seniorenbeirat zuständig für die Optimierung und Vernetzung der Seniorenarbeit in Remscheid, Koordinator der Ehrenamtler im Seniorenheim „Wiedenhof“. Darüber hinaus gehört er zu den Mitbegründern des „Runden Tisches 50+“.

Auch Bärbel Lanzrath wurde anlässlich ihrer Verabschiedung in den Ruhestand geehrt. Sie übernahm Anfang 2015 das Selbsthilfebüro des Paritätischen Wohlfahrtverbandes im Gesundheitshaus und stand Selbsthilfeinteressierten und bestehenden Gruppen zur Seite.

Horst Löwenberg, Geschäftsführer vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Märkischer Kreis, überreichte nach Dankesworten den beiden scheidenden Mitarbeitern jeweils ein üppiges Blumenbouquet sowie an Lanzrath einen Frühstückskorb und an Janke ein Buch.

„Dies ist ein bemerkenswertes ehrenamtliches Engagement, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Ehrenamtler rückläufig ist“, so Löwenberg in seiner Dankesrede. Hausherr Dr. Frank Neveling als Leiter des Gesundheitsamtes komplettierte die Gaben noch durch eine Flasche portugiesischen Portwein.

Sichtlich gerührt dankte Dieter Janke ob der Ehrungen und bat alle Anwesenden, dass Ehrenamt hoch zu schätzen und für den Weiterbestand zu sorgen. „Was ist schon ein Fünfhundert-Euro-Schein gegenüber der herzlichen Umarmung eines Hilfeempfängers?“, fand Janke den richtigen Ton.

Einen Trägerwechsel gibt es ab 1. April im Bereich der Selbsthilfe Koordination. Das Selbsthilfebüro mit Sitz im Gesundheitshaus gehört nicht mehr zum Paritätischen Wohlfahrtverband Lüdenscheid. Ute Feldbrügge, langjährige Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtverbandes Remscheid/Mettmann, wird die Geschäfte übernehmen und erfährt Unterstützung von Sabine Kübler.


Pressemeldung

Was tun gegen Altersarmut in Remscheid?

Einladung zur Fachveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege (AGW) Remscheid

Im Alter wird das Geld knapp, weil Frauen oft in Teilzeit tätig sind und dadurch weniger in die Rentenkasse einzahlen. © Fotolia

Die Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege (AGW) Remscheid macht die Altersarmut zum Thema: Bei einer Fachveranstaltung kommen am Donnerstag, dem 02.02.2017, von 16:00 bis 19:00 Uhr im Lindenhof in der Honsberger Straße 38 in Remscheid unter anderem der Remscheider Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Stadtdirektor Dr. Christian Henkelmann mit Betroffenen sowie mit Experten aus Verbänden, Politik und Verwaltung ins Gespräch. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen zu entwickeln, mit denen der Altersarmut in Remscheid entgegengewirkt werden kann. Dazu wird es auch vier Workshops geben, die sich mit den Aspekten Wohnen, Freizeitgestaltung, Mobilität und Gesundheit befassen. Mehr Informationen zum Programm auf http://www.ekir.de/lennep/Downloads/Altersarmut.pdf

Die Veranstaltung ist öffentlich. Alle Interessierten und Medienschaffenden sind hiermit herzlich eingeladen!

In der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege Remscheid (AGW RS) arbeiten AWO, Caritasverband, Deutsches Rotes Kreuz, Paritätischer Wohlfahrtsverband und Diakonisches Werk zusammen.


Armut ist keine Frage des Schicksals

Auch die Presse berichtete über die Veranstaltung:
Zeitungsartikel vom 03.02.2017 im Remscheider Generalanzeiger

Leiteten Workshops und referierten (von links): Matthias Bioly (Stadtwerke), Ute Feldbrügge (DPWV), Rainer Bannert (AWO, Sandra Engelberg (Caritas), Dr. Frank Johannes Hensel (LAG Freie Wohlfahrtspflege), Dr. Bettina Stiel-Reifenrath (Ärztekammer), David Schmid (Quartiersmanager). Foto: Roland Keusch

AG WOHLFAHRTSPFLEGE DISKUTIERT DAS THEMA ALTERSARMUT. EXPERTE WARNT VOR FOLGEN FÜR DIE DEMOKRATIE.

Von Thomas Wintgen

Vom südafrikanischen Freiheitskämpfer Nelson Mandela stammt die Aussage, dass weder Sklaverei noch Apartheid gottgegeben seien. „Altersarmut ist das auch nicht“, sagte Frank Johannes Hensel am Donnerstag in seinem Impulsreferat zur Fachveranstaltung „Altersarmut“ im neuen Lindenhof. Der promovierte Vorsitzende des Ausschusses „Armut und Sozialberichterstattung“ der Landes-AG Freie Wohlfahrtspflege gab eine Reihe von Handreichungen für die bevorstehenden Auseinandersetzungen vor der Landtags- und der Bundestagswahl.

Eine der Kernaussagen war die, dass verbreitete Alterarmut sehr politisch bedingt sei. Anstatt uns weiszumachen, dass sie „gegeben“ sei, könnte die Politik lieber etwas daran ändern. Inzwischen seien jeder siebte Rentner und schon jedes vierte bis fünfte Kind arm. Hensel kündigte an, dass die Parteien im Wahlkampf diverse Seiten gegeneinander ausspielen würden, anstatt – aufrichtig – Altersarmut zu vermeiden.

Zur faktischen Senkung der Rente zählte 2004 der neue Satz von 43 Prozent („Das ist wenig“); 2008 kam die Erhöhung auf 67 Jahre – de facto eine weitere Senkung; seit 2011 gibt es keine Rentenbeiträge mehr für SGB-II-Bezieher – kein Wunder, dass sich die Zahl derer, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, seit 2003 fast verdoppelt hat.

„Das 3-Säulen-Modell geht an der Realität inzwischen völlig vorbei,“ sagte Hensel, im Hauptberuf Direktor des Diözesan-Caritasverbandes Köln. Die meisten hätten keinerlei Rücklagen mehr. Es sei nicht nur ein Problem von Teilzeitarbeitnehmern, dass selbst nach 35 bis 40 Jahren durchschnittlichen Beitragsjahren die Rente häufig unter 1 000 Euro liegt. 2014 bekam die Rentnerin in Nordrhein-Westfalen im Schnitt 553 Euro und der Rentner 1 168. Die Armutsrisikoschwelle liege bei 918 Euro, das heißt, statistisch „ist praktisch jede Frau ohne Partner von Altersarmut betroffen“.
Achtung: Betroffene verlieren Glauben an die Gesellschaft

Es dürfe nicht sein, dass es auch nach einer langen Phase des Berufserwerbs eine Rente auf Sozialhilfe-Niveau gebe – dass es geradezu egal sei, ob „ich mich ein Leben lang anstrenge oder nicht“. Hensel nannte das „ein fatales Signal, das uns auf die Füße fällt“. Damit meinte er insbesondere, dass solche Menschen den Glauben an Gesellschaft und Politik verlieren – „sie werden dann sehr verführbar“ gegenüber Versprechungen, und darunter leide die Stabilität der Demokratie. Hensel empfahl den Kommunen, möglichst viele Angebote beitragsfrei zu machen und sich vor allen Dingen in den Bereichen Gesundheit – Bildung – Wohnen gut aufzustellen. Um die Scham insbesondere vieler Frauen vor der Inanspruchnahme von Sozialleistungen zu überwinden, legt der Referent nahe, beim Eintritt ins Rentenalter eine verpflichtende Beratung anzubieten.

Was die Kommune tun könne, damit beschäftigen sich die Arbeitskreise Freizeit & Kultur, Mobilität, Gesundheit und Wohnen. Auf die Scham war bei der Begrüßung auch Sandra Engelberg (Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege Remscheid) eingegangen.

Altersarmut habe auch viele soziale Aspekte; sie könne zur Vereinsamung führen, zumal man nur schwer ins Zentrum gelange, aus Geldmangel nicht ins Café gehe sowie auf Einladungen verzichtet, weil man nichts zu bieten hat.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz sagte in seinem Grußwort, dass Altersarmut eine volkswirtschaftliche Herausforderung sei sowie Politik und Verwaltung in allen Bereichen herausfordere – bis hin zur Migration, wo doch heute jeder zweite Schulanfänger in Remscheid einen „Migrationshintergrund“ habe.

Der OB sieht diverse Handlungsfelder für Remscheid: Wenig Geld dürfe nicht den Ausschluss bedeuten. Betroffene müssten bestens über Leistungsangebote informiert sein – bis hin zu den medizinischen.

Prekäre Arbeitsverhältnisse müssten vermieden werden – „Mindestlohn ist das Mindeste“. Eine weitere Rentenkürzung dürfe kein Thema sein. Die beste Vorbeugung sei eine „gute Bildung von Anfang an“, appellierte er, sich des Themas auch in Remscheid fachübergreifend anzunehmen.

Zeitungsartikel vom 4. Februar 2017 in der Rheinischen Post:
http://www.rp-online.de/app/1.6581938



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