Eine sitzende Person hält ein Smartphone in der rechten Hand. Mit der linken Hand wird das Smartphone bedient.

Solidarisches Miteinander in der Krise

Zusammenstehen ohne zusammenzustehen: Beispiele aus dem Paritätischen NRW

Von der kleinen Nachbarschaftsinitiative bis zur großen Organisation: Auch in Zeiten von Kontakt- und Versammlungsverbot finden der Paritätische NRW und seine Mitgliedsorganisationen Möglichkeiten, Menschen Unterstützung anzubieten.

Soziale Einrichtungen sind massiv von den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus betroffen. Trotz der enormen Herausforderungen, die die Pandemie an den Paritätischen NRW und seine Mitgliedsorganisationen stellt, gelingt es in vielen sozialen Bereichen, den Kontakt zu den Nutzer*innen der Einrichtungen und Dienste zu halten und Hilfen anzubieten. Denn Solidarität und ein gutes Miteinander sind in Krisenzeiten, wie wir sie gerade erleben, wichtiger denn je.

Alltagshilfen und Sorgen-Telefon

Vielerorts bieten soziale Einrichtungen Einkaufs- und Alltagshilfe sowie Medikamentenabholung für Risikogruppen und Menschen in Quarantäne an. Zahlreiche Vereine, wie zum Beispiel der Verband alleinerziehender Mütter und Väter NRW, der ASB Kreisverband Witten und das Nachbarschaftsheim Wuppertal, haben auch eine Hotline eingerichtet. Menschen, die sich vor allem jetzt einsam fühlen oder in Sorge sind, bekommen dadurch die Möglichkeit, sich auszusprechen. Aber auch psychosoziale Beratung findet für unterschiedliche Zielgruppen nun vor allem auf telefonischem Wege statt.  

Mit vereinten Kräften stark vor Ort

Für diese direkte Unterstützung bündeln soziale Organisationen in vielen Regionen ihre Kräfte. So hat sich zum Beispiel in Oberhausen der Paritätische NRW mit anderen Wohlfahrtsverbänden zusammengeschlossen. Im Zentrum der Aktion „Wohlfahrt hilft“ steht eine Telefon-Hotline, an die sich Menschen wenden können, wenn sie sich isoliert fühlen, eine Einkaufshilfe oder ein Beratungsangebot benötigen.

Krise als Chance für die Digitalisierung

Insgesamt setzen soziale Einrichtungen nun verstärkt auf digitale Kommunikation über die eigene Website oder soziale Medien. Die allermeisten Initiativgruppen aus der Kinder- und Jugendarbeit sind in den sozialen Medien aktiv, bieten Quizze und Umfragen oder stellen direkt ein Online-Programm für den ganzen Tag auf. Das Medienprojekt Wuppertal hat die Web-Serie „Corona Diaries“ auf YouTube gestartet. In selbst produzierten Kurzfilmen dokumentieren junge Menschen ihr Leben in diesen Tagen und reflektieren ihre Gedanken und Gefühle. Daneben bieten zahlreiche Nachbarschaftsinitiativen und andere Anbieter sozialer Dienstleistungen Kontakt- und Linklisten, Ideen gegen Langeweile oder auch einen Gymnastik-Kurs im Livestream an. Die Krise birgt somit auch Chancen, bisher wenig genutzte Wege zu gehen und Neues auszuprobieren.

Paritätischer NRW passt Angebote an

Auch die eigenen Einrichtungen des Paritätischen NRW haben ihre Angebote der aktuellen Situation angepasst: So sind Beratungseinrichtungen, wie die Selbsthilfe-Kontaktstellen und Selbsthilfe-Büros, die Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe sowie die Einrichtungen der Ergänzenden unabhängige Teilhabeberatung (EUTB®) telefonisch und per Mail erreichbar. Zudem startet die Selbsthilfeakademie NRW virtuelle Selbsthilfe-Cafés, in denen sich Selbsthilfe-Aktive austauschen können. Die Paritätische Akademie NRW bietet Webinare an, unter anderem eines zu aktuellen Fragestellungen aus dem Arbeitsrecht in der Corona-Krise.



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